Haft für Anti-Atom-Aktivistin

Am Freitag, den 14.10.2011 geht Anti-Atom-Aktivistin Franziska für 2,5 Monate in Haft.
Hintergrund ist die Blockade eines Atommülltransportes in das niedersächsische Gorleben im November 2008.

 

Die Aktion:

Drei Anti-Atom-AktivistInnen hatten sich damals auf der Castorstrecke bei Wörth – kurz hinter der deutsch-französischen Grenze – in einem Betonblock unter den Gleisen festgekettet. Während der 12 Stunden, die die Polizei brauchte, um die Aktivist_innen aus dem Gleis zu holen, musste der Zug in Lauterbourg warten.

Dies war eine der längsten Einzelblockaden durch Kleingruppen in der Geschichte des Castorwiderstandes. Die Effektivität von Ankettvorrichtungen in Betonblocks hatte sich schon Jahre vorher gezeigt, als Leute mit einer änlichen Aktion im wendländischen Süschendorf den Zug 16 Stunden aufhielten. Auch die jährlichen Ankettaktionen der Bäuerlichen Notgemeinschaft zeigen eine ähnliche Effektivität. Derartige Einzelaktionen sind im Zusammenspiel mit einem vielfältigen, bunten und breiten Protest elementar für den Castorwiderstand.

Die beteiligten Aktivist_innen begründeten die Aktion mit der Störfall-Gefahr, der ungeklärte Endlagerfrage, den Todesfällen durch die beim Uranabbau freiwerdende Strahlung und den unweigerlichen Zusammenhang zwischen militärischer und sog. „friedlicher“ Nutzung der Atomenergie durch das bei der Wiederaufbereitung anfallende Plutonium. Als Alternative nannten sie den Aufbau einer dezentralen Stromerzeugung aus regenerativen Energien.

Details zum Ablauf und Hintergrund der der Aktion finden sich unter bloxberg.blogsport.de/die-aktion/.

 

Prozessverlauf:

Am 06. Oktober 2010 die beiden Angeketteten sowie die vier der Beihilfe beschuldigten Personen erstmalig aufgrund des Vorwurfs der Nötigung bzw. der Beihilfe zur Nötigung vor Gericht. Am zweiten Verhandlungstag, zwanzig Tage teilte die Staatsanwaltschaft offiziell mit, dass zusätzlich der Strafvorwurf der „Störung öffentlicher Betriebe“ nach § 316b StGB in Betracht käme. Als das Gericht und die Staatsanwaltschaft im November 2010 fernmündlich zustimmten im Gegenzug zumindest vier der sechs Verfahren einzustellen, zogen die beiden Angeketteten Florian und Franziska ihre Einsprüche zurück um allen Beteiligten ein auwändiges Verfahren zu ersparen.

Mehr zu Strafverfolgung und Prozessverlauf ist hier nachzulesen: bloxberg.blogsport.de/repressionen/

 

Haft:

Franziska sitzt „ihre“ Strafe ab dem 14.10.2011 in der JVA Frankfurt III (60435 Frankfurt am Main, Obere Kreuzäckerstraße 4) ab. Zum Haftantritt am Freitag läd sie ab 14:00 Uhr zur öffentlichen Verabschiedung vor der JVA ein. Bringt bunte Kreide, leuchtende Wendlandsonnen und gute Laune mit um für einen Farbtupfer zu sorgen, bevor Franziska hinter grauen Mauern verschwindet.

Ihr könnt die Aktivistin auf viele Arten unterstützen. Schreibt Briefe, verteilt Flyer, macht eigene Aktionen, etc. Mehr zu den Unterstützungsmöglichkeiten hier: knast.blogsport.de/unterstuetzung/

 

 

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