Jörg bleibt im Offenen

Die Konferenz ist vorbei. Gegenüber gestern hat sich nichts geändert, aber klar ist danach immer noch nur eines: Ich bleibe im offenen Vollzug und werde von Freitag bis Sonntag 9 Stunden Ausgang haben. Mein Plan: Ein Kurzausflug in Gießen, um dort die vorangefragten Arbeitsplatzmöglichkeiten klarzumachen. Dann Samstag die Reststunden alle zusammenpacken und nach Saasen radeln. Dort unter anderem den Layoutrechner nochmal mit ergänzten Dateien füttern und nach Gießen dorthin schaffen, wo ich ab Montag dann hoffentlich die Arbeit an „Monsanto auf Deutsch“, dem geplanten Buch über die Gentechnikteilschaften, wieder aufnehmen kann. Doch wie das genau wird, das scheint immer noch unklar. Meine Arbeitszeit soll wohl geteilt werden. Ein Teil hier als Knastarbeiter, ein Teil draußen als Schriftsteller. Aber wie das aufgeteilt wird klärt sich wohl frühestens morgen. . . . → Read More: Jörg bleibt im Offenen

Knastbericht II

27.9., das Wochenende ist rum. Die Langweile, zentrales Element im Knast, ist überall hineingekrochen in mein Leben. Wenn alles glatt läuft, trifft es mich ja nur 8 Tage, bis ich erstmals raus kann. Begegnungen mit anderen Gefangenen sind im offenen Vollzug noch seltener als im geschlossenen. Arbeiten oder irgendwies raus, sich im langweiligen Gießen rumtreiben. . . . → Read More: Knastbericht II

Post von drinnen II: Will der Staatsschutz Jörg im Geschlossenen sehen?

Dass man beim Staatschutz Gießen auf Jörg nicht gut zu sprechen ist, darf als gesichert gelten. Und dass man dort nicht unglücklich ist über seine Inhaftierung, ebenso. Nachdem Jörg nun seit einer Woche im offenen Vollzug sitzt, gibt es Hinweise darauf, dass der Staatschutz daran arbeitet, den Projektwerkstättler in den Geschlossenen zu befördern. . . . → Read More: Post von drinnen II: Will der Staatsschutz Jörg im Geschlossenen sehen?

Post von drinnen I: Sauberkeit muss sein?

Gerade mache ich mich auf, um den Blog zu aktualisieren, schaue kurz in den Briefkasten – und sehe: ein Brief von Jörg ist da, heute, am 30.09.2010. Sauber scheint es „drinnen“ ja zu sein. Jörg schreibt:

28.9. 9.55, es klopft. Ein Beamter bittet mich auf den Flur, wo ich ein Weilchen herumstehe und dem Hausarbeiter . . . → Read More: Post von drinnen I: Sauberkeit muss sein?

Knastbericht I

23. September Nun denn. 21.00 Uhr. Erster Abend. Draußen ist es dunkel, drinnen langweilig. Wie der ganze Tag vorher. Bei der Demo war viel Presse in der Gutfleischstraße – aber nur, weil gegenüber gegen den Jugendlichen verhandelt wurde, der seine Schwester umbrachte, als die ihm Computerspiele untersagen wollte. Heute ist noch gar nichts passiert, was irgendwie andeutet, wie es weitergeht. Der Laptop steht in der „Kammer“ (Marteriallager eines Knastes) und wartet darauf, dass „Leute, die mehr verdienen als ich“ (O-Ton Kammerchef) darüber entscheiden. . . . → Read More: Knastbericht I

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